„Es gehört mehr Mut dazu seine Meinung zu ändern, als ihr treu zu bleiben.“
Friedrich Hebbel

Der Fremdsprachenunterricht

"Sprachunterricht in der Waldorfschule ist Schulung der Fähigkeit zu menschlicher Anteilnahme, ist "soziale Pädagogik", ist Friedenspädagogik nicht auf dem Weg der Diskussion oder des Informiertwerdens, sondern durch Ausbildung von Wahrnehmungsfähigkeiten."
Johannes Kiersch

 

Zu den bekanntesten Eigenarten der Waldorfpädagogik gehört der frühe Beginn des Fremdsprachenunterrichts. Das menschenbildende Element der Sprache war Rudolf Steiner wichtig genug, um es gleich von der ersten Klasse an kräftig in die Pädagogik einzubeziehen: Die Erstklässler sollten von Anfang an zwei Fremdsprachen pflegen. Das frühe Üben in verschiedenen Sprachen erweitert das Innenleben des Menschen und macht ihn im Empfinden und im Denken geschmeidiger. Sprachen machen beweglich. Weil in jeder Sprache die Lotung, vor allem aber die Denkformen verschieden sind, verlaufen auch die inneren Bewegungen anders.

Schon nach einigen Wochen beginnen unsere Erstklässler, sich in der englischen und russischen Sprache zu "bewegen", in einer westlichen und einer östlichen Sprache. Sie beschäftigen sich von Anfang an mit zwei kontrastreichen Sprachen und lernen Polaritäten kennen, die menschenbildend wirken. Welchen Beitrag diese zwei in ihrer Eigenart recht unterschiedliche Sprachen innerhalb der großen Sprachfamilie der europäischen Völker zu leisten vermögen, findet man u. a. bei Herbert Hahn: "Vom Genius Europas", im Kapitel "England und Russland".

Im ersten Fremdsprachenunterricht können wir noch weitgehend mit den langsam abklingenden Nachahmungskräften der Kinder arbeiten. Die Kinder "tauchen" in die fremden Laute ein, ohne Fragen zu stellen, spielen gerne mit dem Lautreichtum der Sprache. Sie erwerben die Sprache ähnlich wie die Muttersprache durch Hören, Mitsprechen, Spielen und Handeln, durch Fühlen. In dieser Altersstufe kann eine lebendige unmittelbare Beziehung zur Sprache leicht hergestellt werden. Die fremde Sprache erscheint dabei durch das lebendige Wort der Lehrerin/des Lehrers, von ausdrucksstarker Mimik und Gestik begleitet. Wenn ein Märchen einige Stunden nacheinander erzählt wird, übernehmen die Kinder schon einige Rollen, sprechen mit, fühlen mit. Als "Helfer" werden viele Tiere, Puppen und allerlei Gegenstände mitgebracht, mit denen die Kinder sich oft voller Begeisterung verbinden.

In den unteren Klassen wird Vieles angelegt, das die Liebe zur Fremdsprache und schließlich das Interesse am anderen Volk, an der anderen Kultur fördert. So kann auch manches mitgebrachte Kuscheltier in unserer "Tierecke" einmal Englisch und Russisch lernen und mit auf Weltreise gehen.

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Aufführung Zirkus Rosado
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Aufführung Zirkus Rosado
21.10.2017 | 15:00 Uhr
Aufführung Zirkus Rosado
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